Warum: die Frage meine Antwort
Warum blase ich das Alphorn hier bei uns im Unterland
Diese Frage wir mir immer wieder gestellt, auch was kann man damit blasenEs begann mit der Neugier als Blasmusiker was – welche Töne auf einem Alphorn erzeugt werden können.
Gibt es Notenmaterial dafür, was für Alphornmelodien lassen sich darauf blasen?
Damit fing meine Geschichte als Alphornbläser schon an.
Wir haben hier im Unterland nicht die hohen Berge wie im Allgäu oder gar in der Schweiz. Aber unsere Weinberghügel lassen einen in eine Bergromantik verführen.
Diese Beschreibung wird mir immer wieder bestätigt bei meiner täglichen Probenarbeit auf den Weinberghügel oder an den Waldränder.
Bei diesen Übungen kommen auch schöne Erlebnisse mit Besuchern vor.
Menschen – Familien mit ihren Kindern, Kindergärten, Schüler, Wanderer, ältere Personen die sich entspannen wollen, ehemalige Urlauber die diese Töne aus den Bergen kennen – dabei Erinnerungen wach werden, aber auch Leute die von den weichen Alphorntönen ganz einfach in ihrem inneren berührt wurden – mit diesen Klängen ihre Seele baumeln lassen wollten.
Von nichts, kommt nichts! Dies ist eine alte Weisheit.
Darum übe ich täglich und wer mich kennt, weiß, dass diese „Arbeit“ für mich auch eine Art eigener Therapie geworden ist.
Immer die gleichen Stücke zu blasen wird mit der Zeit langweilig.
Inzwischen gibt es einige große bekannte Alphornkomponisten die Stücke schrieben wie um nur ein paar zu nennen: Allgäuer Hirtenruf, Lünersee oder d’Berner.
Ganze Alphornmessen können unter anderem auch mit Orgelbegleitung in Gotteshäusern geblasen werden. Kirchenlieder wie: Introitus, Großer Gott, Muttergotteslied und viele weitere die auch in den Gesangsbüchern vorkommen.
Die Musikwelt ist groß, so hält das Alphorn auch bei Konzerten Einzug mit Werken wie: Largo, Klangbild, der Friede u.s.w.
Es werden Polkas und Märsche geschrieben für Alphörner wie: die Edelweiß-Polka oder Alfons-Polka und der Egerländer - Liedermarsch.
Im Krieg haben unsere Soldaten schon das Stück gesungen: Jenseits des Tales, dieses heute inzwischen mit dem Alphorn geblasen wird oder was unsere Gegend hier betrifft: drunten im Unterland. Selbst, wer kennt dies nicht: Resi i hol de mit dem Traktor ab, wurde für das Alphorn umgeschrieben und von einem bekannten Alphornbauer auf dem Markt veröffentlicht.
In einem von mir besuchten Alphornseminar im Allgäu erklärte uns der Leiter und Dozent Berthold Schick dass es jedem Alphornbläser frei steht was er in der heutigen Zeit an Melodien bläst, man solle aber bitte auf gar keinen Fall die Tradition vergessen und damit seine verbundenen Klänge.
Aus diesem Grunde fahre ich auch immer wieder in das Allgäu zu Verbands- und Alphorntreffen um dem Alphorn treu zu bleiben.
Ich lasse mir daher hier in unserem schönen Ländle von keinem vorschreiben, wo und wann ich blasen darf, auch was. Sei es ein Volkslied z.B. es klappert die Mühle am rauschenden Bach, es waren zwei Königskinder. Einen Alpenblues oder Rock mit dem Alphorn bei letzterem ich von einem Pfarrer in der Kirche mit Trompete sogar begleitet wurde.
Es sollte sich auch keiner als „Herrgott“ über uns Alphornbläser aufführen, das schadet dem ganz tollen Traditionsinstrument - seiner Harmonie.
Flinataler-Alphornbläser aus Flein
Juli 2008
Wolfgang Meerwart